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  Vorproduzierte- Darstellungen

Wir unterscheiden zwei Gruppen der interaktiven 3-D Darstellung. Zum einen die vorproduzierten und auf Datenträgern gespeicherten Darstellungen wie z.B. Computeranimationen. Zum anderen echtzeitgenerierte Darstellungsformen, die in dem Moment erzeugt werden in dem sie benötigt werden. Diese werden nicht auf Datenträgern gespeichert und müssen immer wieder neu berechnet werden.

Vorproduzierte Darstellungen werden ähnlich einem Videoplayer abgespielt. Der wesentliche Unterschied ist die Anzahl der Bild und Tonspuren, zwischen denen übergangslos gewechselt werden kann. Eine Annäherung an diese Technologie bietet der DVD-Player, dieser ist jedoch auf 9 Videospuren begrenzt. Der Wechsel der Spuren erfolgt erst nach einer kurzen Wartezeit und beschränkt so die Interaktionsfähigkeit. Die Spuren des Computer-Players bieten dagegen die Möglichkeit des sofortigen Wechsels. Die Anzahl der Spuren ist nicht beschränkt und so kann z.B. der Film aus unterschiedlichen Perspektiven, in unterschiedlichen Darstellungsweisen, mit unterschiedlichen Inhalten und in unterschiedlichen Sprachen angesehen werden. Über Hot-Spots (dies sind definierte Bildbereiche) können Aktionen, Verzweigungen, Informationen oder Websites aufgerufen werden. Auf diese Art und Weise können z.B. vertiefende Informationen in einem Film eingebunden werden. Der Zuschauer kann sowohl in der inhaltlichen horizontalen-, vertikalen- und Tiefenachse navigieren und so die Abspielfolge und die Informationslänge und -tiefe beeinflussen. Inhaltlich können 3-D Animationen, Videosequenzen und 3-D Szenen miteinander kombiniert werden. Bei vorproduzierten 3-D Szenen hat der Betrachter den Eindruck als würde er eine Kamera fernsteuern, die schienengebunden fährt. Die Freiheitsgrade sind dabei auf die vorher produzierten Szenen beschränkt.

Betrachten wir beispielsweise einen Film über die Anatomie des menschlichen Skeletts. Dieser Film läuft bei Inaktivität des Betrachters linear ab, so wie wir es von einem Video gewohnt sind. Der Film besitzt jedoch diverse Interaktionsmöglichkeiten auf die, während der Wiedergabe, durch kleine Symboleinblendungen hingewiesen wird. Durch Mausklick werden zusätzliche Materialien wie z.B. Detailinformationen, Beispiele, Erklärungen, Vergleiche etc. nahtlos in den Film integriert. So kann der Film an den Wissensstand des individuellen Zuschauers angepasst werden. Auch die Konfiguration des Films vor dem Betrachten und die Anpassung des Inhalts an eine Zielgruppe wie z.B. Patient, Student, Allgemeinmediziner oder Facharzt ist so möglich. In dem Film lassen sich zusätzlich Interaktive 3D- Elemente einbinden. Die Abbildung des Schädels dient als Beispiel für ein solches Element. Der Schädel kann um seinen Mittelpunkt gedreht und gekippt werden, sodass er sich von allen Seiten betrachten lässt. Dies wird einfach per Mausbewegung mit gedrückter Maustaste erreicht. Das Ändern des Bildausschnitts, um Details größer darzustellen, ist mittels Zoom-Funktion möglich. Durch die einfache Bewegung des Mauszeigers über den Schädel werden einzelne Bereiche aktiviert und per Texteinblendung wird dieser Bereich automatisch betitelt. Per Mausklick können jetzt Detailinformationen aufgerufen werden. Diese können z.B. aus dem Internet oder einer Datenbank stammen. Die Informationen können durch eigene Beiträge ergänzt werden, z.B. mit einem Diskussionsforum für Migräne Patienten oder Beiträgen über die anthropologische Bedeutung des Schädelvolumens. Mit Hilfe von Wissenssystemen sind auch diese unterschiedlichen Informationszuordnungen leicht möglich und wieder abrufbar. Dies kann beispielsweise auch durch assoziative Verknüpfungen erfolgen. Weitere Verknüpfungen mit anderen 3-D Darstellungen oder Audiovisuellen Medien sind möglich.


Als Bildgrundlage für dieses Beispiel dient ein synthetischer, computergenerierter Schädel. Die künstlichen Abbildungsmöglichkeiten reichen vom Drahtgittermodell bis zur fotorealistischen Darstellung. Wenn eine fotorealistische Darstellungsweise gewünscht wird, kann auch ein realer Schädel als Vorlage verwendet werden, der mit vielen Einzelbildern aus unterschiedlichen Blickwinkeln fotografiert wird. Im Computer werden die Daten dann zu einem nicht linearen Film verknüpft.

Der Vorteil von vorproduzierten 3-D Darstellungen, gegenüber echtzeitgenerierten 3-D Darstellungen, ist die identische Funktionalität und Qualität auf allen Computern sowie die hohe Interaktionsgeschwindigkeit.

- Lineare und nicht lineare Medien im Vergleich
- Vorproduzierte- Darstellungen und
- Echtzeit- Darstellungen im Vergleich
- Ausblick



Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Jörg Pumpa .

 

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